Gefährliche Radioaktivität in Paranüssen?

Obwohl Paranusskerne durch den hohen Anteil an Selen in erster Linie recht gesund sind und viele wertvolle Inhaltsstoffe besitzen, haben sie eine „Schwachstelle“: Sie dürfen nur in Maßen verzehrt werden, das sie gering radioaktiv belastet sein können.

Kurzer Blick ins Buch der Physik

Radioaktivität wird oft gleichgesetzt mit Atom- oder Kernkraftwerk. Irgendein Störfall in solch einem Kernkraftwerk und die Umgebung ist radioaktiv verstrahlt, das Bild steht vielen vor Augen.

Doch wie passen dann die Paranüsse ins Bild? Bekanntlich stammen die kleinen Früchte aus Südamerika und nicht aus den Orten, die für Nuklearkatastrophen stehen?

Eigentlich ist es ganz einfach – Radioaktivität ist nicht gleich Atomkraftwerk. Es gibt die “natürliche Radioaktivität” und die “künstliche Radioaktivität”. Die künstliche Variante kann somit bei dem Thema „Paranuss“ getrost beiseite geschoben werden, denn sie hat nichts damit zu tun.

Paranüsse werden auf natürlichem Weg mit Radioaktivität belastet. Dass es natürliche Radioaktivität gibt, wissen wir, seit der französische Physiker Henri Becquerel (1852 – 1908) diese im Jahr 1896 an dem chemischen Element Uran entdeckte.

Für kurze Zeit wurde die Radioaktivität nach dem Entdecker benannt. Doch aus der „Becquerel-Strahlung“ wurde kurz vor Beginn des 20. Jahrhunderts die „Radioaktivität“ beziehungsweise die „radioaktive Strahlung“ – als nämlich Marie Curie (1867 – 1934) und Ihr man Pierre Curie (1859 – 1906) weitere radioaktiven Elemente entdeckten, unter anderem eben „Radium“.

Bei der Entstehung der Erde bildeten sich Radionuklide. Aufgrund der großen Halbwertszeit finden sich bis zum heutigen Tag Spuren. Es gibt noch mehr Quellen der natürlichen Radioaktivität, doch es reicht schon, um zu verstehen, warum Paranusskerne radioaktiv belastet sind.

Der sensible Baum

Der Paranussbaum bildet ein weit verzweigtes, feines Netzwerk an Wurzeln. Über diese nimmt er wichtige Nährstoffe aus dem Boden auf, um sie an seine Früchte weiterzugeben – aber so gelangt auch im Boden enthaltene Radioaktivität mit in den Samen. Je nach Region verbergen sich geologisch bedingt höhere Werte im Erdreich. Einer der Stoffe, die sich im Paranussbaum anreichern, ist Radium. Radium gibt es in unterschiedlichen Isotopen und es kommen drei davon im Paranusskern vor. Radium-224 kommt nur in geringen Spuren vor, deswegen sind Radium—226 und Radium-228 relevant.

Was sagt das Bundesamt für Strahlenschutz?

Deutschland ist bezüglich gesundheitlicher Aspekte ein umsichtig agierendes Land mit einem eher vorsichtigen Charakter. Es werden Werte errechnet, die sich auf Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beziehen. Demnach werden in Deutschland pro Jahr und Person durchschnittlich 0,1 Gramm Paranusskerne verzehrt.

Da das zwar statistisch sicher korrekt – aber dahinter verbirgt sich eben eine reine Pro-Kopf-Rechnung.

Wissenschaftliche Untersuchungen ergaben, dass beim täglichen Verzehr von zwei Paranüssen der Selengehalt einerseits optimal gedeckt wird – und ganz wichtig, die Höchstgrenze an Radioaktivität nicht erreicht wird.

Diese liegt – bei täglich zwei Paranüssen – im Durchschnitt bei 160 Mikrosievert, einer Maßeinheit der radioaktiven Strahlung.

weiteres hierzu: http://www.bfs.de/DE/themen/ion/umwelt/lebensmittel/radioaktivitaet-nahrung/radioaktivitaet-nahrung_node.html

Keine Gefahr bei maßvollem Genuss

Damit kannst Du also ganz beruhigt zu den kleinen Exoten greifen. Maßhalten ist die Devise! Aber das ist schließlich in vielen Bereichen so. Viele Lebensmittel sind nur in bestimmten Mengen gesund. Was sage ich – das betrifft weit mehr als Lebensmittel, alle Lebensbereiche können sich zu einer ungesunden Variante entwickeln, wenn es überdosiert genutzt, getan oder gegessen wird.

Mit zwei Paranüssen pro Tag bist optimal mit Selen versorgt und brauchst Dich nicht vor einer Strahlenbelastung zu fürchten. Immerhin: Auch in unseren Gefilden ist der Boden radioaktiv belastet – und zwar seit der Erdentstehung, das hat also nichts mit Tschernobyl zu tun. Auch das ist Natur.